INSTITUT FÜR VERDECKTECHNIK - VESTITUS e.V.

 
 
 
 
 
 
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ZERTIFIZIERUNG

Das VESTITUS – Siegel vergibt das Institut für Verdecktechnik nur für Produkte, die in unserem Hause grundlegend untersucht und bewertet wurden. Die Prüfung der Cabrioverdecke findet nach einem streng reglementierten Ablaufplan statt. Den Abschluß einer solchen Prüfung bildet die Vergabe einer Gesamtnote. Diese Note setzt sich zusammen aus den drei Prüfungsteilen:


3.1 MATERIALPRÜFUNG
3.2 VERARBEITUNGSKONTROLLE
3.3 PASSFORMZERTIFIZIERUNG

3.1        MATERIALPRÜFUNG:
Mit der Materialprüfung beginnt das Zertifizierungsverfahren des Instituts für Verdecktechnik.  Bei der Beantragung des Zertifikates verpflichtet sich der Hersteller, ein Ursprungszeugnis der im Produkt verwendeten Materialien beizubringen. Sollte für die vorhandenen Materialien die Produktspezifikationen in unserer umfangreichen Datenbank nicht vorhanden sein, besteht die Aufgabe des Instituts darin, die fehlenden Informationen beim Hersteller einzuholen.  Als Maßstab bei der Materialprüfung gelten die Qualitätsstandards der deutschen Automobilindustrie.  ( TECHNISCHE LIEFERBEDINGUNGEN DER AUTOMOBIL-ZULIEFERINDUSTRIE ) Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf den Bereich: MATERIALKUNDE CABRIOVERDECKE hier in diesem Portal.

Natürlich begrenzt sich der Anspruch von VESTITUS nicht in der Kontrolle der Ursprungszeugnisse.  Aufgrund des  weltweit relativ oligopolistischen  Verdeckstoffmarktes sind uns die Produkte weitgehend bekannt.  Deshalb werden nur bei begründeten Zweifeln weitergehende Untersuchungen angestellt. Die begrenzte technische Ausstattung unseres Labores lässt eine solche Prüfung leider nicht zu. Wir bemühen in solchen Fällen befreundete Institute, so z.B. die Werkstofftechniker der Fachhochschule Osnabrück. 

 

    1. VERARBEITUNGSKONTROLLE

Der Verarbeitung eines Verdeckbezuges kommt eine hohe Bedeutung zu. Vergleichbar  mit einer hochwertigen Lackierung ist auch ein Verdeckbezug ein Bauteil, welches höchsten Ansprüchen genügen muss.  Deshalb ist die Prüfung der Verarbeitungsqualität ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Zertifizierungsprozedur.
Die Beurteilung der Verarbeitung vollzieht sich auf zwei unterschiedlichen Ebenen.

3.2.1 Technische Verarbeitung

In diesem Bereich vergleichen wir den Herstellungstechnik der Probanden mit den - in unserem Institut vorhandenen - Originalbezügen. Das verwendete Rohmaterial wurde bereits im Rahmen der Materialprüfung getestet. Auf dieser Ebene vergleichen wir die Herstellungsarten. 

Der technische Fortschritt hat auch die Produktion von Cabrioverdecken keinesfalls verschont. Während noch vor wenigen Jahrzehnten ein Verdeck lediglich verklebt und vernäht wurde, wendet man in der industriellen Verdeckherstellung heute  insbesondere die sogenannte HF-Schweißung an. HF-Verschweißungen sind hochfest, wasserdicht und - der wesentliche Punkt für die Produktion - schneller herstellbar.

Ein weiterer Aspekt ist die Befestigungstechnik.  Wurden die ersten Seriencabrios noch auf Holzleisten genagelt (VW Käfer-Cabrio bis 62), wurde die nachfolgende Generationen im Karosseriebereich mit einem Spannseil befestigt. Diese Technik wurde insbesondere bei europäischen Cabrios bis in die 90er Jahre angewandt. (VW Golf I, Ford Escort, Opel Kadett E) Mit Beginn der 90er wandelte sich die Befestigungstechnik. Die Verwendung von Profilen  war (und ist es bis heute) eine Art der Rationalisierung, welche die Produktivität im Bereich der Verdeckmontage erheblich gesteigert hat.  In unserem Institut vergleichen wir deshalb auch  die vorhandenen Profile, Leisten und Seile. Spätestens bei diesem Punkt lassen sich Qualitätsunterschiede sehr deutlich erkennen. Nur sehr wenige Verdeckhersteller haben die Möglichkeit, auf Profile der Serienhersteller zurückzugreifen. Eine Eigenfertigung fällt - zumeist aus Kostengründen - auch aus. Das Nichtvorhandensein solcher Profile wertet ein Cabrioverdeck deutlich ab. Verdecke ohne Profile benötigen deutlich höhere Montagezeiten. Ausserdem erfordert eine Montage ohne Profile erhöhte Ansprüche an die Verdeckmonteure. Anders ausgedrückt:  Verdecke ohne Profile haben oftmals eine deutlich schlechtere Passform.

Auch im Bereich der Heckfenster hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Aus Gewichtsgründen wurden jahrzehntelang die sogenannten PVC-Flexscheiben verarbeitet. Die Vorteile dieser Scheiben erschöpfen sich nach wenigen Gebrauchsjahren. Übrig bleibt ein bruchanfälliges und sichtbeschränktes Glas, welches den Cabriospaß eklatant trüben kann. Verdeckentwicklungen der letzten Jahre verwenden daher ausschliesslich Mineralglasscheiben, die in aufwendiger Technik in den Verdeckstoff eingeklebt werden.  Auch bei dieser Technik gibt es auffallend viele Qualitätsunterschiede. Insbesondere die Dauerhaftigkeit der Verklebung ist bei einigen Verdecken nicht gegeben. Bei anderen Herstellern erkennt man eine deutliche Unsauberkeit der Verklebungen. All diese Punkte unterliegen einer strengen Kontrolle.

3.2.2 Tatsächliche Verarbeitung

Dazu wird das Produkt zunächst unter größtmöglicher Ausleuchtung ausgebreitet. Nun wird jeder Quadratzentimeter des Verdeckes überprüft. Nachdem das Material hinsichtlich des Qualitätsanspruchs bereits getestet wurde, konzentriert sich der Prüfer auf die Webung des Stoffes. Minderwertige Verdecke sind häufig aus Verdeckstoffen gefertigt, welche für den Erstmarkt - aufgrund von Webfehlern wie Knoten oder Laufmaschen - nicht geeignet sind.  VESTITUS zertifizierte Verdecke dürfen ebenfalls nicht aus solchen 1B-Waren gefertigt werden. Die Gründe sind vielfältig und liegen insbesondere in der reduzierten Lebenserwartung solcher Verdeckstoffe. Webfehler sind erfahrungsgemäss Schwachpunkte, an denen ein beanspruchtes Gewebe zuerst reißt.

Anschliessend widmen wir uns den Näharbeiten des Prüfobjektes. Insbesondere durch fehlerhafte Näharbeiten wird die Qualität eines Verdeckbezuges oft minderwertig. Die heutigen Verdeckstoffe sind aufgrund technischer Weiterentwicklungen im höchsten Maße wasserdicht. Jedoch wird diese Dichtigkeit durch fehlerhafte Vernähung deutlich reduziert.  Unsere Verarbeitungsprüfung beinhaltet die milimetergenaue Begutachtung aller vorhandenen Nähte. Sind die Nähte gerade?  Stimmt die Fadenspannung beim Ober- und Unterfaden und damit die Festigkeit der Naht? Wurde eine falsche (zu große) oder fehlerhafte (stumpfe) Nadel verwendet ?  Wurde der Faden am Ende der Naht richtig und dauerhaft verriegelt? Besitzt der Faden die richtige Festigkeit?  Eine abschließende Kontrolle der Nahtdichtungen beendet diesen Arbeitsschritt. All diese Punkte werden lückenlos geprüft und dokumentiert.

Bei einigen Prüfobjekten war nach Abschluß dieser beiden Prüfungen bereits das Zertifizierungsverfahren beendet, da durch die punktuelle Begutachtung der Probanden eine im Anschluß durchzuführende Montage nicht mehr möglich war. So montieren wir keine Verdeckbezüge, bei denen die Nahtverriegelung mangelhaft ist. Da bei einer Verdeckmontage starke Kräfte auf das Material einwirken, würde ein solcher Verdeckbezug bereits bei der Montage zerstört.

Der Verarbeitung eines Verdeckbezuges kommt eine hohe Bedeutung zu. Vergleichbar  mit einer hochwertigen Lackierung, ist auch ein Verdeckbezug ein Bauteil, welches höchsten Ansprüchen genügen muss.  Deshalb ist die Prüfung der Verarbeitungsqualität ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Zertifizierungsprozedur.

Dazu wird das Produkt zunächst unter größtmöglicher Ausleuchtung ausgebreitet. Nun wird jeder Quadratzentimeter des Verdeckes überprüft. Nachdem das Material hinsichtlich des Qualitätsanspruchs bereits getestet wurde, konzentriert sich der Prüfer auf die Webung des Stoffes. Minderwertige Verdecke sind häufig aus Verdeckstoffen gefertigt, welche für den Erstmarkt - aufgrund von Webfehlern wie Knoten oder Laufmaschen - nicht geeignet sind.  VESTITUS zertifizierte Verdecke dürfen ebenfalls nicht aus solchen 1B-Waren gefertigt werden. Die Gründe sind vielfältig und liegen insbesondere in der reduzierten Lebenserwartung solcher Verdeckstoffe. Webfehler sind erfahrungsgemäss Schwachpunkte , an denen ein beanspruchtes Gewebe zuerst reißt.

Anschliessend widmen wir uns den Näharbeiten des Prüfobjektes. Insbesondere durch fehlerhafte Näharbeiten wird die Qualität eines Verdeckbezuges oft minderwertig. Die heutigen Verdeckstoffe sind aufgrund technischer Weiterentwicklungen im höchsten Maße wasserdicht. Jedoch wird diese Dichtigkeit durch fehlerhafte Vernähung deutlich reduziert.  Unsere Verarbeitungsprüfung beinhaltet die milimetergenaue Begutachtung aller vorhandenen Nähte. Sind die Nähte gerade?  Stimmt die Fadenspannung beim Ober- und Unterfaden und damit die Festigkeit der Naht? Wurde eine falsche (zu große) oder fehlerhafte (stumpfe) Nadel verwendet ?  Wurde der Faden am Ende der Naht richtig und dauerhaft verriegelt? Besitzt der Faden die richtige Festigkeit? All diese Punkte werden lückenlos geprüft und dokumentiert.

Bei einigen Prüfobjekten war nach Abschluß dieser beiden Prüfungen bereits das Zertifizierungsverfahren beendet, da durch die punktuelle Begutachtung der Probanden eine im Anschluß durchzuführende Montage nicht mehr möglich war. So montieren wir keine Verdeckbezüge, bei denen die Nahtverriegelung mangelhaft ist. Da bei einer Verdeckmontage starke Kräfte auf das Material einwirken, würde ein solcher Verdeckbezug bereits bei der Montage zerstört.

3.3   PASSFORMZERTIFIZIERUNG

Jede Zertifizierung kann nur so gut und neutral sein wie die Mitarbeiter, welche an ihr arbeiten. Wenn man im Rahmen einer Verdeckzertifizierung eine  eher subjektive Beurteilung unterstellt, so ist sie bei diesem Punkt ansatzweise  angebracht.

Das Sattlerhandwerk ist ein altes und anerkanntes Handwerk, und Sattler waren und sind es, die die Verdeckherstellung maßgeblich vorangetrieben und beeinflußt haben. Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung im Bereich der Verdeckmontagen gilt es hier, die unterschiedlichen Arbeitsansätze der Sattler zu berücksichtigen. Jeder hat seine eigene Art, einen Verdeckbezug zu montieren, und jeder kommt irgendwie anders ans Ziel.

Für die Passform eines Verdeckbezuges kommt es daher bis zu einem gewissen Grad auf objektive Grössenverhältnisse und Vorgaben an (wie z.B. Anzeichnungen usw.). Ein Großteil jedoch obliegt persönlichem Können und Geschick.  So kann z.B. derselbe Verdeckbezug, von zwei unterschiedlichen Monteuren aufgezogen, zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen führen. Würde man beim Ergebnis eine Wertung vergeben, ist es oftmals möglich, dass diese Wertung bei der Montage eines Verdecks aus anderer Produktion genau konträr verläuft. Also bemüht sich unser Institut, in diesem Bereich so neutral wie möglich zu handeln. Prüfverdecke werden in der Regel von zwei unterschiedlichen Monteuren aufgezogen. Diese Prüfung findet aber nicht nur vor, sondern auch  während der Gültigkeitsdauer des Zertifikats statt (entweder stichprobenartig oder nach Verbraucherhinweisen). Nur so können auch Produktionsschwankungen erkannt, angemahnt und - falls nötig - auch Zertifizierungen aberkannt werden.

Zusammenfassung

Für jede Einzelprüfung wird eine Note vergeben. Der einfache Mittelwert aller Einzelwertungen bildet die Gesamtnote.

Folgender Notenspiegel kommt dabei zur Anwendung:


Anzahl der Punkte

Note

Qualitätsbewertung

 0 – 25 Punkte

      6

ungenügend

26 – 49 Punkte

      5

mangelhaft

50 – 69 Punkte

      4

ausreichend

70 – 85 Punkte

      3

befriedigend

86 – 95 Punkte

      2

gut

96 -100 Punkte

      1

sehr gut

Nur bei einer Gesamtbewertung von mindestens 80 % ist die Herstellerfirma berechtigt, das  VESTITUS – SIEGEL zu führen und es auf Produkten der laufenden Produktion anzubringen. Ein zertifiziertes Verdeck erkennt der Verbraucher an dem eingenähten VESTITUS Etikett, welches das Testergebnis und eine Seriennummer enthält. Unter dieser Nummer ist das Produkt beim Institut für Verdecktechnik geführt. Der Verbraucher ist berechtigt, bei Angabe der Seriennummer beim Institut für Verdecktechnik eine zweifelsfreie Zuordnung des Produktes zu beantragen. Insbesondere bei allen Unstimmigkeiten hinsichtlich eines solchen Produktes verpflichtet sich das Institut für Verdecktechnik, einen Dialog zwischen Hersteller und Verbraucher herzustellen. Ebenso gehört hierzu die unabhängige Prüfung von Mängeln an zertifizierten Produkten. So erreicht der Verbraucher eine deutliche Verbesserung seiner Garantieansprüche über den gesetzlichen Rahmen hinaus. Ebenso deutlich werden jedoch auch unberechtigte Ansprüche (z.B. durch unsachgemässe Montage) abgewehrt.

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